08.07.2010
von Emil Hierhold

Selektion und Sequenz: die "Agenda-Technik"

Jeder Besprechungsleiter überlegt sehr genau, wann welche Punkte behandelt werden sollen, kalkuliert ein "Verbeissen" in ein Reizthema ein, genauso wie Ermüdungserscheinungen oder den Flugplan eines angereisten Teilnehmers. Im Vortrag  entscheidet allein der Redner über Auswahl und Reihenfolge der Argumente, wählt z.B. die "Dramatische Reihe", bei der er mit einem argumentativen "Mittelgewicht" eröffnet, in dessen "Windschatten" ein unvermeidbares, aber schwaches Argument folgt.

Danach steigert sich die Kraft der Argumente, mit dem Stärksten am Schluss. Wer dagegen viele, aber im Einzelfall eher schwache Argumente vorzubringen hat, wird mit der Menge arbeiten, mit der Wirkung einer "langen Liste".

Bei pro-und-kontra-Inhalten empfiehlt sich die "Werbeblock-Technik": die ersten und die letzten Spots eines Blocks sind immer die Teuersten, weil sich Anfang und Schluss am besten einprägen (und weil in der Mitte die meisten am WC sind …). Wenn der Präsentator daher "für" etwas ist, bringt er diese Argumente am besten zu Beginn und am Ende, die Argumente "dagegen" in der Mitte wie in einem Sandwich.

Diese Gestaltung ist allein Sache des Vortragenden und die wichtigste Entscheidung ist oft die, welche Informationen NICHT oder ganz nebenbei gebracht werden. Und kaum jemand wird während der Präsentation darüber nachdenken, ob hier Macht ausgeübt wird – das ist eben die Reihenfolge …

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