General James Mattis vom US-Marine Corps meint: Ja!
Auch andere Militär-Sicherheitsexperten teilen seine Meinung: „Das Problem ist, dass Powerpoint zu unvollständiger Informationsaufbereitung und mangelndem Verständnis führt. Grund dafür ist die Einfachheit Dinge auf einer Folie darzustellen, ohne dass die Zuhörer und Betrachter diese überhaupt richtig verstehen.“
Würden Sie General Mattis zustimmen? Oder versucht er hier, Probleme und Schwächen auf ein anderes Schlachtfeld zu verlegen?
Die Verkürzung und Vereinfachung von Inhalten ist nicht neu und findet keineswegs nur mit Powerpoint statt. Aus allen Bereichen der Schrift kennen wir Zusammenfassungen, Übersichten, Kurzfassungen, Summaries etc..
Diese sind wichtig, sogar lebensnotwendig, um uns rasch Orientierung und Überblick zu geben und ersparen damit Zeit und Mühe. Nach dem Motto: Erst das Wichtigste in Kurzform – dann die Details!
Zurück zur Software: Powerpoint dient zur visuellen Unterstützung von Vorträgen und Präsentationen. Es ersetzt bei komplexen Themen aber nicht(!) das Handout oder das Skriptum, daher muß auf Slides auch gar nicht alles bis ins letzte Detail stehen. Powerpoint Slides sind die Kurzform Ihrer Information und unterstützen damit die mündliche Präsentation.
Das ist natürlich auch kein Freibrief zur Oberflächlichkeit oder zur radikalen Verkürzung, denn schon Albert Einstein wußte: Man soll die Dinge so einfach wie möglich darstellen – aber auf keinen Fall einfacher. Das ist nicht leicht, kann aber erlernt werden. Zum Beispiel im Training "Sicher präsentieren - wirksamer vortragen" oder mit meinem Buch.
Fazit: Sicher, PowerPoint - hier stellvertretend für andere Präsentationsprogramme genannt - hat definitiv auch seine Schwächen, so wie jedes Werkzeug. Diese liegen aber keineswegs im inhaltlichen Bereich, obwohl die Gefahr der zu starken Vereinfachung natürlich besteht. Aber, nur zum Vergleich: Schieben Sie die Schuld auf Word oder Excel, wenn Sie seitenweise Unsinn lesen müssen? Oder liegt die Schuld doch eher beim Verfasser, der nicht berücksichtigt was für das Publikum, also den Leser oder Betrachter wirklich interessant und wichtig ist? Wenn Ihre Slides keinen Platz für wichtige Details bieten, dann verfrachten Sie diese in Ihr Handout. Vielleicht sollte General Mattis seine Leute einfach nur anweisen, neben der Kurzfassung auch eine ausführliche Version zu schreiben? Oder will er die Zeit, diese zu lesen vielleicht gar nicht aufwenden?
Wie auch immer, vergessen wir nie: A fool with a tool is still a fool! Und die erhobene Anklage gegen Powerpoint können wir daher getrost fallenlassen.