05.01.2012
von Emil Hierhold

Infotainment ja (in Grenzen) – aber kein Entertainer!

Wichtige Dinge verlangen Ernsthaftigkeit,  vertragen keinen Klamauk. Sie dürfen Ihren Zuhörern aber durchaus beim Verständnis helfen und die Sache interessant machen:

  • Mit (rhetorischen) Fragen und direkter Ansprache der Zuhörer
  • Mit Bildern, die beim "Einsehen" unterstützen und mit Beispielen, die etwas "begreifbar" machen
  • Auch mit PowerPoint-Effekten, wenn diese nicht zur Selbstdarstellung des Technik-Begeisterten dienen, z.B. eine komplexe Darstellung in Einzelschritten aufbauen

Entscheidend ist, dass ihre "Würze" beim Publikum ankommt. Das verlangt 100% Zuhörerorientierung und die ist fixer Bestandteil aller HPS-Trainings.

13.12.2011
von Emil Hierhold

Slides „öffnen“, nichts voraussetzen!

Ihnen als Präsentator ist jede Ihrer Folien vertraut. Sie möchten zur Sache kommen, nämlich zu der Botschaft, die Sie damit unterstützen möchten. Für die Zuschauer ist diese Folie aber regelmäßig neu und verwirrend, er fühlt sich gar nicht „smart“!

  • Bei Diagrammen zuerst die Mechanik erklären: welche Einheiten sind auf den Achsen abgebildet, welche Varianten sind wie dargestellt? Dann erst die Aussage bringen!
  • Welche Bedeutung hat ein Symbol oder Icon (visuelles Kürzel)? Kurz ansprechen und aufschließen: "dieses Notebook/Mikroskop/Telefon... steht für..."
  • "Sprechende“ Überschriften (oben)  und „Take-aways“ (unten)  verwenden. Diese wichtigsten Aussagen können Sie durchaus laut sprechen und dann zeigen Sie, wie Ihr Slide Schaubild diese Aussagen beweist.

Zum Aufschließen visueller Hilfsmittel gehört eine besondere Blickführungstechnik, diese ist Teil des HPS-Klassikers "Sicher präsentieren – wirksamer vortragen".

16.09.2011
von Emil Hierhold

Tortendiagramme: die Position entscheidet!

Torten-oder Kuchendiagramme eignen sich gut, wenn Anteile eines Ganzen dazustellen sind. Sie sind auch wegen ihrer Anschaulichkeit sehr beliebt. Die Reihenfolge der Sektoren ist bei einer flächigen Darstellung nicht entscheidend, wohl aber bei einem richtigen "Kuchen":

Der rote Sektor ist eindeutig der Kleinste (links). Wenn er in der Torte nach vorne rückt, sehen wir zusätzlich seine Vorderseite, natürlich auch in Rot. Unser Auge erfasst die gesamte Farbfläche als Einheit - das rote Stück wirkt dadurch etwa gleich groß wie die beiden anderen.

Tipp: sobald Sie einen „Kuchen“  serviert bekommen, ist höchste Vorsicht angebracht! 3-D-Diagramme sind zwar "schön", im besten Fall schwer lesbar, meist aber irreführend.

Für alle Regeln gibt es Ausnahmen und gelegentlich müssen Grafiken gezielt überarbeitet werden, damit sie ihre Aufgabe erfüllen. Im 1-Tages-Workshop "Slides that win“ lernen die Teilnehmer die entsprechenden Möglichkeiten von PowerPoint & Co kennen und nützen.

Kategorie(n): Visualisierung
12.09.2011
von Emil Hierhold

Dimensionenschwindel - aus 2 mach 8!

Bei Laien sehr beliebt sind Schaubilder mit realen Dingen anstelle von Kurven und Säulen. Abgesehen vom zwangsläufigen Verlust an Genauigkeit ist dagegen nichts einzuwenden, WENN es richtig gemacht wird:

Die gestapelten Geldsäcke (links) sind seriös, der "verdoppelte" Sack (rechts) wächst nicht nur mit der Fläche ( 2x2=4), sondern als dreidimensionales Ding auch noch in unserer Wahrnehmung räumlich, also 2x2x2=8!

Tipp: Wenn Dinge oder Symbole nicht gestapelt, sondern vergrößert werden, dreifach aufpassen!

Ein ganzes Buch über gefälschte Statistiken und manipulative Diagramme ist "Lügen mit Zahlen" von G.Bosbach und J-J Korff. Die wichtigsten Techniken finden Sie auch in M. Dall, "Sicher präsentieren, wirksamer vortragen" (Teil der Seminarausstattung des gleichnamigen HPS-Klassikers).

Kategorie(n): Visualisierung
06.09.2011
von Emil Hierhold

Achsenmanipulation - natürlich nur, damit es Zuschauer leichter haben!!

"Ich muss den Trend deutlicher machen!" - Einfach die senkrechte (y-) Achse abschneiden und schon erscheinen kleine Veränderungen wie unter einer Lupe:

Dreimal die gleiche Entwicklung, aber ein höchst unterschiedlicher Eindruck: links oben keine große Veränderung, links unten ein dramatischer Trend, weil der untere Teil fehlt. Auch die Verkürzung der Zeitachse (rechts) dramatisiert den Trend.

Tipp: Bei jedem Diagramm die Achsen kontrollieren! Bei wirklich notwendigen Eingriffen muss die Bruchstelle der Achse deutlich sichtbar sein. - Ausnahmen sind Standardgrafiken für ein Fachpublikum, z.B. Aktienkurse. Hier ist die "Lupenfunktion" notwendig und bekannt.

Diese und andere Manipulationstechniken finden Sie in Martin Dalls Standardwerk "Sicher präsentieren, wirksamer vortragen" (Seite 151 ff). Das Buch ist auch Teil der Seminarunterlagen des gleichnamigen HPS-Klassikers.

Kategorie(n): Visualisierung
14.02.2011
von Emil Hierhold

Gar nichts oder etwas ganz anderes: Aufmerksamkeit durch Taste "B" und "Dinge"

Was Sie im sprachlich-stimmlichen Bereich mit einer Pause schaffen, das können Sie in der visuellen Präsentation mit dem plötzlichen Verzicht auf ein Bild, indem Sie (im Präsentationsmodus von PowerPoint) "B" (wie "black") drücken und damit die Projektionsfläche leeren. Das lenkt die volle Aufmerksamkeit auf Sie und Ihre jetzt folgende Botschaft.

Auch ein Medienwechsel wirkt immer überraschend und steigert die Aufmerksamkeit für das, was jetzt kommt. Dazu können Sie zum Flip-Chart wechseln oder ein "Ding" ins Spiel bringen: "Diese ganz gewöhnliche Schere (hochhalten) schneidet Papier hervorragend. Wenn wir aber versuchen, damit einen Nagel einzuschlagen..."

Solche und andere ungewöhnliche, aber sehr wichtige und wirkungsvolle Techniken erproben die Teilnehmer in der "Meisterklasse - präsentieren mit Durchschlagskraft" und testen, was zu ihrer Persönlichkeit passt.

11.02.2011
von Emil Hierhold

Körpereinsatz: wer andere bewegen will, muss sich selbst bewegen!

Sinnvoller Körpereinsatz ist keine Frage von Schauspielerei oder übertriebenen Gesten. Es ist eine schlichte Tatsache, dass Ihr Körper das stärkste visuelle Hilfsmittel ist, über das Sie verfügen. Gerade für wichtige Botschaften ("Höhepunkte") brauchen Sie volle Aufmerksamkeit. Diese erzielen Sie z.B. dadurch, dass Sie sich vom Rednerpult lösen, die Seite wechseln oder den Blick der Zuschauer zu einem wichtigen Teil Ihrer Folie führen. Im kleinen Meeting stehen Sie dazu auf, auch wenn das "eigentlich" gar nicht notwendig wäre.

Blickführung, Seitenwechsel und die Ausnutzung der "Bühne" lernen und üben die Teilnehmer im Klassiker "Sicher präsentieren - wirksamer vortragen".

09.02.2011
von Emil Hierhold

Aufrütteln mit einer falschen, "missglückten" oder unerwarteten Folie

Auch eine gute, visuell abwechslungsreiche Präsentation wirkt irgendwann gleichförmig. Bauen Sie ein Slide ein, das auf dem Kopf steht, unscharf oder seitenverkehrt ist, oder ganz schwere Tippfehler in der Überschrift hat. Sprechen Sie den Fehler an und leiten Sie zu der kommenden wichtigen Botschaft über: "Genauso unklar wie diese Folie ist die Lage im Bereich X. Das Wichtigste ist, in einem Punkt Klarheit zu bekommen, nämlich..."

Interne Präsentationen, die rasch und möglichst ohne Aufwand erstellt werden, sind meist visuell eintönig: Bulletcharts, Tabellen, Diagramme ... -  Unterbrechen Sie den Fluss, zeigen Sie ein Foto, das Ihnen hilft, den Punkt zu machen: ein übervolles Lager, das Inserat des Mitbewerbers ... Wichtig: vollformatig, nicht innerhalb des gewohnten Layouts!

Auch solche Effekte verlangen etwas "Technik": das eintägige Spezialtraining "Slides that win" zeigt, wie man PowerPoint sinnvoll einsetzt. Ideal auch für Assistenten, die Präsentationen vorbereiten!

01.06.2010
von Martin Dall

Macht uns Powerpoint dumm?

General James Mattis vom US-Marine Corps meint: Ja!
Auch andere Militär-Sicherheitsexperten teilen seine Meinung: „Das Problem ist, dass Powerpoint zu unvollständiger Informationsaufbereitung und mangelndem Verständnis führt. Grund dafür ist die Einfachheit Dinge auf einer Folie darzustellen, ohne dass die Zuhörer und Betrachter diese überhaupt richtig verstehen.“

Würden Sie General Mattis zustimmen? Oder versucht er hier, Probleme und Schwächen auf ein anderes Schlachtfeld zu verlegen?
Die Verkürzung und Vereinfachung von Inhalten ist nicht neu und findet keineswegs nur mit Powerpoint statt. Aus allen Bereichen der Schrift kennen wir Zusammenfassungen, Übersichten, Kurzfassungen, Summaries etc..
Diese sind wichtig, sogar lebensnotwendig, um uns rasch Orientierung und Überblick zu geben und ersparen damit Zeit und Mühe. Nach dem Motto: Erst das Wichtigste in Kurzform – dann die Details!

Zurück zur Software: Powerpoint dient zur visuellen Unterstützung von Vorträgen und Präsentationen. Es ersetzt bei komplexen Themen aber nicht(!) das Handout oder das Skriptum, daher muß auf Slides auch gar nicht alles bis ins letzte Detail stehen. Powerpoint Slides sind die Kurzform Ihrer Information und unterstützen damit die mündliche Präsentation.

Das ist natürlich auch kein Freibrief zur Oberflächlichkeit oder zur radikalen Verkürzung, denn schon Albert Einstein wußte: Man soll die Dinge so einfach wie möglich darstellen – aber auf keinen Fall einfacher. Das ist nicht leicht, kann aber erlernt werden. Zum Beispiel im Training "Sicher präsentieren - wirksamer vortragen" oder mit meinem Buch.

Fazit: Sicher, PowerPoint - hier stellvertretend für andere Präsentationsprogramme genannt - hat definitiv auch seine Schwächen, so wie jedes Werkzeug. Diese liegen aber keineswegs im inhaltlichen Bereich, obwohl die Gefahr der zu starken Vereinfachung natürlich besteht. Aber, nur zum Vergleich: Schieben Sie die Schuld auf Word oder Excel, wenn Sie seitenweise Unsinn lesen müssen? Oder liegt die Schuld doch eher beim Verfasser, der nicht berücksichtigt was für das Publikum, also den Leser oder Betrachter wirklich interessant und wichtig ist? Wenn Ihre Slides keinen Platz für wichtige Details bieten, dann verfrachten Sie diese in Ihr Handout. Vielleicht sollte General Mattis seine Leute einfach nur anweisen, neben der Kurzfassung auch eine ausführliche Version zu schreiben? Oder will er die Zeit, diese zu lesen vielleicht gar nicht aufwenden?
Wie auch immer, vergessen wir nie: A fool with a tool is still a fool! Und die erhobene Anklage gegen Powerpoint können wir daher getrost fallenlassen.

 

21.04.2010
von Martin Dall

Analogien machen aus Ihren Fakten Stories

In der hervorragenden TV-Dokumentation „Der große Horizont“ wurden die Ergebnisse von zahllosen Beobachtungen der Satelliten in unserer Umlaufbahn dargestellt. Forscher erläuterten die Berechnung und Bedeutung dieser Zahlen für die weitere Entwicklung der Erde. So wird aktuell beobachtet, dass jährlich ca. 170 Gigatonnen Eis in der Arktis schmelzen. Moment, 170 Gigatonnen? Wieviel ist das und was kann man sich darunter vorstellen? Ein NASA-Forscher präzisiert: „Eine Gigatonne Eis ist ein Würfel von  einem Kilometer Höhe, einem Kilometer Länge und einem Kilometer Breite.“ Ok, das ist interessant aber noch etwas abstrakt und erst der folgende Vergleich macht die Zahlen anschaulich und eindrucksvoll: „In den europäischen Alpen befindet sich eine Eismasse von etwa 100 Gigatonnen. Die Arktis verliert also jährlich mehr als eineinhalb mal die gesamte Eismasse der Alpen.“ Wow, dachte ich, jetzt bin ich beeindruckt

Daraus läßt sich wertvolles lernen:
Prüfen Sie Ihre Präsentationen und Voträge auf abstrakte Zahlen und Daten und interpretieren Sie diese so anschaulich wie möglich: mit passenden Analogien und einer Story, die Ihre Zuhörer sich merken und weitererzählen können.

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