08.02.2012
von Emil Hierhold

Ein spontaner Schlusssatz ist sicher nicht der Beste!

Viele  Präsentationen sind gehaltvoll, einleuchtend, interessant – bis zu dem Moment, an dem der Präsentator "fertig" ist. Das Ende lag offensichtlich in seinem "Blinden Fleck" und war daher eher ein Ver-enden. Würden Sie  beim Marathon 100m vor dem Ziel aufgeben?

  • Welchen Gedanken, welche Botschaft sollen alle als wichtigste mitnehmen?
  • Welche Worte wollen Sie verwenden? Es zahlt sich aus, die letzten Sätze richtig auszuformulieren (in gesprochenem Deutsch).
  • Wie werden Sie Ihre Worte "abliefern"? Sprechen Sie den Schluss LAUT durch, überlegen Sie Gesichtsausdruck, Gestik, Stimme!

Den Einstieg hat man bald vergessen, der letzte Eindruck aber bleibt.

In der "Rhetorischen Kraftkammer" trainieren die Teilnehmer einen kraft-vollen Abschluss und erleben, dass das keineswegs als übertrieben ankommt.

10.01.2012
von Emil Hierhold

Lächeln: eine (Schutz-)Maske mit Nach-innen-Wirkung

Unter Stress konzentriert sich der Körper aufs Wesentliche  – Lächeln gehört nicht dazu, deshalb  wirken die Gesichter von Vortragenden oft leblos, todernst. Was bringt’s, wenn Sie sich in dieser Situation zu einem Anheben Ihrer Mundwinkel zwingen, bewusst ein freundliches Gesicht machen, auch wenn Ihnen überhaupt nicht danach ist?

  • Gehirnforscher bestätigen: die (künstliche) Muskelbewegung wirkt zurück – Sie können sich damit selbst in eine positivere Verfassung versetzen (30 Sekunden müssen Sie schon durchhalten!)
  • Wir alle „spiegeln“ ganz automatisch, was wir wahrnehmen (denken Sie ans ansteckende Gähnen) – Ihr eigenes freundliches Gesicht verändert die Gesichter der anderen. Und die etwas positivere Atmosphäre macht es wieder für Sie leichter, Ihren Gesichtsausdruck beizubehalten.

Viele Auftrittstechniken sind anfangs „Maske“, hinter der Sie zuerst Sicherheit gewinnen. Mit ein bisschen Übung werden diese Teil Ihrer Verhaltensroutine – und damit authentisch. Diesen überraschenden Effekt erleben Teilnehmer immer wieder besonders im „Sicher präsentieren - wirksamer vortragen“ und in der „Rhetorischen Kraftkammer®“.

09.01.2012
von Emil Hierhold

Humor ist gut – er muss bloß passen...

Wenn (befohlene) Karnevals-Heiterkeit die Medien beherrscht, ist die Versuchung groß, auch ein Scherzchen einzubauen. Darf, soll, muss man?

  • Müssen: nie. Auch nicht, wenn  alle Sprecher vor Ihnen mit einem Witz eingestiegen sind.
    Dürfen: ja, vorausgesetzt  1. Der Scherz passt zu Ihrem Thema, 2. unterstützt das Verständnis oder verstärkt die Prägnanz und 3. Sie selbst fühlen sich damit bei diesem Publikum wohl.
  • Witz ist nicht Humor. Schon gar nicht auf Kosten anderer. Aber ein bisschen Leichtigkeit, sich selbst nicht ZU ernst nehmen, das bringt Sympathie. Lachen ist auch ein Ventil für Spannung und Aggression.

Im „Meisterklasse“-Seminar ist das ein wichtiges und heikles Thema – schließlich geht es ja hier besonders ums „Präsentieren mit Durchschlagskraft“!

05.01.2012
von Emil Hierhold

Infotainment ja (in Grenzen) – aber kein Entertainer!

Wichtige Dinge verlangen Ernsthaftigkeit,  vertragen keinen Klamauk. Sie dürfen Ihren Zuhörern aber durchaus beim Verständnis helfen und die Sache interessant machen:

  • Mit (rhetorischen) Fragen und direkter Ansprache der Zuhörer
  • Mit Bildern, die beim "Einsehen" unterstützen und mit Beispielen, die etwas "begreifbar" machen
  • Auch mit PowerPoint-Effekten, wenn diese nicht zur Selbstdarstellung des Technik-Begeisterten dienen, z.B. eine komplexe Darstellung in Einzelschritten aufbauen

Entscheidend ist, dass ihre "Würze" beim Publikum ankommt. Das verlangt 100% Zuhörerorientierung und die ist fixer Bestandteil aller HPS-Trainings.

15.11.2011
von Emil Hierhold

Signale der Unglaubwürdigkeit erkennen – und vermeiden

Wir haben feine Antennen für unser Gegenüber, für den Präsentator. Wir spüren die Unsicherheit des anderen – und interpretieren diese vielleicht als "unglaubwürdig" – dabei war der andere bloß hochgradig nervös! Worauf können Sie achten?

  • Beine: fester Stand, kontrollierte Bewegung – oder wird nervös herumgezappelt?
  • Hände: ruhige, ausreichend große Gesten, klare Blickführung – oder fahrige "Fingerspiele"? (Die Hand in der Tasche ist keine Lösung!)
  • Blick: persönlicher, ausreichend langer Augenkontakt – oder "Blickblitze" überall hin und damit nirgendwo?
  • Stimme: eher langsam, mit Pausen – oder atemloses Durchhasten, in hoher Stimmlage?


Positive Spannungsenergie darf nicht als Unsicherheit rüberkommen. Deshalb lernen die Teilnehmer z. B. in der „Rhetorischen Kraftkammer“ Energieventile kennen, die gleichzeitig Signale der Sicherheit sind.

11.11.2011
von Emil Hierhold

Eine Sache ganz ohne Schattenseite ist meist unglaubwürdig

Alle Entscheider wissen, dass es keine 100%igen Vorschläge gibt, dass jede Idee Schwachstellen hat. Ein Hochglanzprospekt kann Schattenseiten vertuschen, in der Präsentation dagegen werden diese erbarmungslos aufgedeckt! Daher:

  • Schwachstellen/Nachteile direkt ansprechen und nüchtern quantifizieren (Wahrscheinlichkeit und Wirkung)
  • „Downsides" zur Demonstration der eigenen Planung Kompetenz verwenden: mit plausiblen was-ist-wenn-Szenarien und Alternativen.

In allen HPS-Seminaren mit Interaktionsmodulen bereiten sich die Teilnehmer darauf vor, dass eine Schwachstelle angesprochen wird.

07.11.2011
von Emil Hierhold

Harte Fakten und klare Zusammenhänge, das gibt Glaubwürdigkeit

Unsere Welt ist komplex, das wissen wir. Wer sie verständlich darstellt, den schätzen wir. Ist diese Darstellung durch überprüfbare Tatsachen gestützt, dann glauben wir‘s.

  • Gummiworte hinaus: "oft, viele, sehr, unlängst", konkrete Angaben hinein
  • Fakten demonstrativ von der Meinung trennen. Präsentieren Sie eine Analyse betont sachlich – in der Interpretation (was daraus folgt, wo es hinführen könnte …) ist Platz für Fantasie und Dramatik
  • Quellen nennen. Diese müssen den Zuhörern natürlich als glaubwürdig bekannt sein
  • Nicht "übersimplifizieren"! Das tun Demagogen: "wir haben 230.000 Arbeitslose und 230.000 Ausländer"

Auch eine kompakte 5-Minuten-Präsentation braucht in der Argumentation harte Tatsachen und einleuchtende Zahlen, darauf bestehen die HPS Trainer.

Kategorie(n): Rhetorik
12.10.2011
von Emil Hierhold

Verdichten Sie Ihre Story – bis sie “in den Lift“ passt!

Das kann immer wieder passieren: Ihr wichtigster Zuhörer (und Entscheider) kann nicht teilnehmen, entschuldigt sich blumig und fragt „Sagen Sie mir doch kurz, worum es geht!“

Sowas spielt sich manchmal im Lift ab, dann haben Sie gerade so viel Zeit wie der Lift braucht, daher auch „Elevator Pitch“.  Sagen Sie nicht „Unmöglich!“

  • Die Transparenz der 10%. Erzählen Sie sich Ihre Geschichte selbst – oder besser einem Partner, der das Thema nicht kennt. Setzen Sie sich ein Zeitlimit – 2 Minuten ist ein guter Startpunkt – und versuchen Sie’s. Wenn Sie es in 10% der ursprünglichen Länge geschafft haben, sind Sie beim Skelett Ihrer Idee, beim Kern des Vortrags. Ausbauen, erweitern ist dann einfach.
  • Was heißt „vollständig“? Wir denken meist, dass etwas (eine Präsentation) dann vollständig ist, wenn nichts fehlt, man nichts mehr hinzufügen kann. Eine chinesische Weisheit sagt, etwas ist dann vollständig ist, wenn man nichts wegnehmen kann …

In der „Rhetorischen Kraftkammer“ üben die Teilnehmer, Ihre Gedanken in komprimierter Form  vorzutragen: mit dem Blitz-Vorschlag, der Blitz-Info, dem HPSpresso.

08.08.2011
von Emil Hierhold

Was tun, wenn plötzlich ganz andere Zuhörer auftauchen?

Oft höre ich "Zielgruppenorientierung gut und schön - aber was mache ich bei total gemischtem Publikum? Oder wenn statt der langjährigen Bereichsleiterin der ganz neue Stellvertreter da sitzt?"

Heterogene Zuhörergruppen sind heute der Regelfall. Unterschiedliche Interessen, vor allem aber unterschiedliches Informationsniveau sind echte Herausforderungen.

  • Aufdecken erleichtert alle! Sprechen Sie die Situation gleich bei Beginn an: "Viele von Ihnen haben mindestens so viel Erfahrung wie ich. Ich sehe aber auch Teilnehmer, die erst seit kurzer Zeit in diesem Bereich tätig sind.“ Ersuchen Sie um Verständnis, dass Sie sowohl für die Einen als auch für die Anderen verantwortlich sind.
  • Stellen Sie klar, zu wem Sie JETZT sprechen: "Was ich jetzt sage, richtet sich besonders an die Fachexperten. Die anderen Teilnehmer bitte ich kurz um Nachsicht!"
  • "Wie viele von Ihnen wissen ..." Überschätzen Sie nicht das Wissen Ihrer Zuhörer - auch nicht der (vielleicht nur selbst ernannten) Experten! Es ist besser, eine Abkürzung zu viel als eine zu wenig zu erklären. Mit dieser Einleitungsfloskel fühlt sich niemand auf den Schlips getreten.

Entscheidend ist, dass die Zuhörer Ihr ehrliches Bemühen spüren, für jeden etwas zu bringen und alle mitzunehmen.

Die Zielgruppenorientierung ist eines der wichtigsten Themen im Klassiker "Sicher präsentieren - wirksamer vortragen". Die HPS-Trainer hinterfragen regelmäßig, ob (in der echten Situation)  "das wirklich ALLE verstehen würden?"

14.06.2011
von Emil Hierhold

Ihr Startpunkt: klare Botschaften formulieren!

Ein typischer Schwätzer könnte gestehen: "Woher soll ich wissen, was ich meine, bevor ich gehört habe, was ich sage??"

So etwas mag bei einem spontanen Toast im Freundeskreis hingehen, als Führungs-Kraft (!) müssen Sie VORHER entscheiden, was Sie senden wollen:

  • Welche Informationen müssen ALLE mitnehmen? Die Gehirnforschung zeigt, dass nur 4+/-1 "Chunks" (Informationseinheiten) ins Langzeitgedächtnis übernommen werden, nicht mehr.
  • Arbeiten Sie mit "Botschaften"! Das sind kurze Sätze, die leicht verständlich und gut merkbar sein müssen (dieser Satz hier ist z.B. so eine Botschaft)
  • „Message before story before slide!“ Beginnen Sie nicht mit einzelnen (ppt-)Slides, sondern "top-down": die Reihenfolge Ihrer Botschaften ergibt Ihre "Story" und meist auch die Titelzeilen Ihrer Slides.

Es ist mühsam, Botschaften zu formulieren, aber es zahlt sich aus: Auf diesem Fundament geht es nicht nur leichter voran, darauf können Sie auch ein festes und klares "Gebäude" von Informationen errichten.

Unsere „Rhetorische Kraftkammer“ fordert die Teilnehmer, Informationen und Vorschläge in sehr kurzer Zeit auf den Punkt zu bringen – und Botschaften zu „hämmern“.

Kategorie(n): Rhetorik

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