13.02.2012
von Emil Hierhold

Wenn schon "Danke!" dann ehrlich und konkret!

"Danke für Ihre Aufmerksamkeit!" ist meistens entweder a) mein Bekenntnis, dass ich nicht über einen RICHTIGEN Schlusssatz nachgedacht habe oder b) ein Zeichen meiner Sorge, die Zuschauer könnten gar nicht mitbekommen, dass es zu Ende ist – peinlich! Ganz anders, wenn Sie Ihren Dank begründen:

  • Begründen Sie Ihren Dank für die Aufmerksamkeit: bei dieser Hitze, am Ende eines anstrengenden Tages, trotz der lärmenden Klimaanlage...
  • Danken Sie für andere Dinge – konkret und ehrlich: für die Zeit angesichts eines vollen Terminkalenders, für das Kommen trotz winterlicher Straßenverhältnisse, für interessante Fragen oder auch konstruktive Kritik, für die Bereitschaft, sich einen anderen Standpunkt anzuhören ...

Ihr Bedürfnis, sich bei Ihren Zuhörern zu bedanken, ehrt Sie. Ergänzen Sie es aber nach Möglichkeit mit einer Aufforderung, einer Hoffnung, einer Anregung. Also: Danke, dass Sie bis hierher gelesen haben – wenden Sie es bitte an!

In der "Meisterklasse – präsentieren mit Durchschlagskraft" erproben fortgeschrittene Teilnehmer ungewöhnliche und einprägsame Methoden für Start und Finale. Überprüft wird dabei immer, ob es zur Persönlichkeit passt.

10.02.2012
von Emil Hierhold

Energie für' s Finale: kraft-voll schließen!

Vielleicht sind Sie ja tatsächlich heilfroh, dass Sie "durch" sind - und entsprechend erschöpft. Merken darf das aber niemand!

  • Zuversicht in den  Worten: "…  und das werden wir gemeinsam schaffen!" "... und damit erreichen Sie Ihr Ziel!"
  • Festigkeit in der Haltung: aufrecht, frontal, nahe den Zuhörern
  • Sicherheit im Blick: richten Sie Ihre letzten Worte an den am weitesten entfernt sitzenden Teilnehmer – das bringt Sie automatisch in die Position "Kopf hoch"

Ist das einleuchtend? Dann spielen Sie es bitte rechtzeitig und laut durch, nur dann funktioniert es.

Bei Verkaufspräsentationen ist diese Phase besonders kritisch, weil spätestens hier der Übergang zum Dialog und zum eigentlichen (Verkaufs-)Abschluss folgt. Das gehört zu den Themen von "Erfolgreich präsentieren am runden Tisch".

08.02.2012
von Emil Hierhold

Ein spontaner Schlusssatz ist sicher nicht der Beste!

Viele  Präsentationen sind gehaltvoll, einleuchtend, interessant – bis zu dem Moment, an dem der Präsentator "fertig" ist. Das Ende lag offensichtlich in seinem "Blinden Fleck" und war daher eher ein Ver-enden. Würden Sie  beim Marathon 100m vor dem Ziel aufgeben?

  • Welchen Gedanken, welche Botschaft sollen alle als wichtigste mitnehmen?
  • Welche Worte wollen Sie verwenden? Es zahlt sich aus, die letzten Sätze richtig auszuformulieren (in gesprochenem Deutsch).
  • Wie werden Sie Ihre Worte "abliefern"? Sprechen Sie den Schluss LAUT durch, überlegen Sie Gesichtsausdruck, Gestik, Stimme!

Den Einstieg hat man bald vergessen, der letzte Eindruck aber bleibt.

In der "Rhetorischen Kraftkammer" trainieren die Teilnehmer einen kraft-vollen Abschluss und erleben, dass das keineswegs als übertrieben ankommt.

10.01.2012
von Emil Hierhold

Lächeln: eine (Schutz-)Maske mit Nach-innen-Wirkung

Unter Stress konzentriert sich der Körper aufs Wesentliche  – Lächeln gehört nicht dazu, deshalb  wirken die Gesichter von Vortragenden oft leblos, todernst. Was bringt’s, wenn Sie sich in dieser Situation zu einem Anheben Ihrer Mundwinkel zwingen, bewusst ein freundliches Gesicht machen, auch wenn Ihnen überhaupt nicht danach ist?

  • Gehirnforscher bestätigen: die (künstliche) Muskelbewegung wirkt zurück – Sie können sich damit selbst in eine positivere Verfassung versetzen (30 Sekunden müssen Sie schon durchhalten!)
  • Wir alle „spiegeln“ ganz automatisch, was wir wahrnehmen (denken Sie ans ansteckende Gähnen) – Ihr eigenes freundliches Gesicht verändert die Gesichter der anderen. Und die etwas positivere Atmosphäre macht es wieder für Sie leichter, Ihren Gesichtsausdruck beizubehalten.

Viele Auftrittstechniken sind anfangs „Maske“, hinter der Sie zuerst Sicherheit gewinnen. Mit ein bisschen Übung werden diese Teil Ihrer Verhaltensroutine – und damit authentisch. Diesen überraschenden Effekt erleben Teilnehmer immer wieder besonders im „Sicher präsentieren - wirksamer vortragen“ und in der „Rhetorischen Kraftkammer®“.

09.01.2012
von Emil Hierhold

Humor ist gut – er muss bloß passen...

Wenn (befohlene) Karnevals-Heiterkeit die Medien beherrscht, ist die Versuchung groß, auch ein Scherzchen einzubauen. Darf, soll, muss man?

  • Müssen: nie. Auch nicht, wenn  alle Sprecher vor Ihnen mit einem Witz eingestiegen sind.
    Dürfen: ja, vorausgesetzt  1. Der Scherz passt zu Ihrem Thema, 2. unterstützt das Verständnis oder verstärkt die Prägnanz und 3. Sie selbst fühlen sich damit bei diesem Publikum wohl.
  • Witz ist nicht Humor. Schon gar nicht auf Kosten anderer. Aber ein bisschen Leichtigkeit, sich selbst nicht ZU ernst nehmen, das bringt Sympathie. Lachen ist auch ein Ventil für Spannung und Aggression.

Im „Meisterklasse“-Seminar ist das ein wichtiges und heikles Thema – schließlich geht es ja hier besonders ums „Präsentieren mit Durchschlagskraft“!

14.12.2011
von Emil Hierhold

Alle müssen mitkommen, keiner darf zurückbleiben!

Ein Zuhörer, der "aussteigt", der verwirrt und frustriert ist, wird zum potentiellen Gegner.
Es gibt zwar Grenzen der Vereinfachung, aber leichter machen geht auf jeden Fall:

  • "Keep it simple!" Möglichst wenig Fremdworte und Fachausdrücke. Wo die notwendig sind entschärfen: "XYZ heißt, wie Sie wissen, ..."
  • Zwischenzusammenfassungen sind besonders wertvoll für die, die unterwegs etwas verwirrt zurückgeblieben sind - ab jetzt sind sie wieder voll dabei.
  • Die Pause: Ein "Leichtermacher" mit positiver Nebenwirkung. Ein Maschinengewehr-Dauerfeuer ist weder verständlich, noch überzeugend. Pausen geben die notwendige Zeit zum "Einsickern", zum Verdauen. Positiver Nebeneffekt: Pausen signalisieren Sicherheit!

Gerade bei kleinen Entscheidergruppen ist es lebenswichtig, dass wirklich alle dabei bleiben – und sich „smart“ fühlen. In "Erfolgreich präsentieren am Runden Tisch" lernen die Teilnehmer, wie man mit Fragen und Aufforderungen dieses Ziel erreicht.

13.12.2011
von Emil Hierhold

Slides „öffnen“, nichts voraussetzen!

Ihnen als Präsentator ist jede Ihrer Folien vertraut. Sie möchten zur Sache kommen, nämlich zu der Botschaft, die Sie damit unterstützen möchten. Für die Zuschauer ist diese Folie aber regelmäßig neu und verwirrend, er fühlt sich gar nicht „smart“!

  • Bei Diagrammen zuerst die Mechanik erklären: welche Einheiten sind auf den Achsen abgebildet, welche Varianten sind wie dargestellt? Dann erst die Aussage bringen!
  • Welche Bedeutung hat ein Symbol oder Icon (visuelles Kürzel)? Kurz ansprechen und aufschließen: "dieses Notebook/Mikroskop/Telefon... steht für..."
  • "Sprechende“ Überschriften (oben)  und „Take-aways“ (unten)  verwenden. Diese wichtigsten Aussagen können Sie durchaus laut sprechen und dann zeigen Sie, wie Ihr Slide Schaubild diese Aussagen beweist.

Zum Aufschließen visueller Hilfsmittel gehört eine besondere Blickführungstechnik, diese ist Teil des HPS-Klassikers "Sicher präsentieren – wirksamer vortragen".

09.12.2011
von Emil Hierhold

Orientierung befriedigt Sicherheitsbedürfnisse

Wenn wir wissen, wo wir uns befinden, fühlen wir uns sicherer, als Herren der Lage, jedenfalls nicht unterlegen und diese positive Empfindung überträgt sich auf den Präsentator.

  • Fahrplan – zu Beginn und zwischendurch. Eine Agenda oder Inhaltsübersicht ist nicht nur am Anfang wichtig, auch zwischendurch hilft sie bei der Orientierung.
  • Mit „Signposting“ zeigen, wo wir sind und wie es weitergeht. "Das Wichtigste war für sie... und als nächstes untersuchen wir ..."
  • Überleitung statt Überfall: die nächste Folie ankündigen "sehen wir uns die Entwicklung im letzten Jahr an ...". Das stimmt ein, bereitet vor, macht es leichter als die unvermutete Konfrontation mit dem nächsten Schaubild.

Dieser "Service für das Publikum" gehört zur Zuhörerorientierung, die ein fester Bestandteil sämtlicher HPS-Trainings ist.

15.11.2011
von Emil Hierhold

Signale der Unglaubwürdigkeit erkennen – und vermeiden

Wir haben feine Antennen für unser Gegenüber, für den Präsentator. Wir spüren die Unsicherheit des anderen – und interpretieren diese vielleicht als "unglaubwürdig" – dabei war der andere bloß hochgradig nervös! Worauf können Sie achten?

  • Beine: fester Stand, kontrollierte Bewegung – oder wird nervös herumgezappelt?
  • Hände: ruhige, ausreichend große Gesten, klare Blickführung – oder fahrige "Fingerspiele"? (Die Hand in der Tasche ist keine Lösung!)
  • Blick: persönlicher, ausreichend langer Augenkontakt – oder "Blickblitze" überall hin und damit nirgendwo?
  • Stimme: eher langsam, mit Pausen – oder atemloses Durchhasten, in hoher Stimmlage?


Positive Spannungsenergie darf nicht als Unsicherheit rüberkommen. Deshalb lernen die Teilnehmer z. B. in der „Rhetorischen Kraftkammer“ Energieventile kennen, die gleichzeitig Signale der Sicherheit sind.

01.08.2011
von Emil Hierhold

Was tun, wenn Sie plötzlich statt 30 nur 10 Minuten Zeit haben?

Weil alle Präsentatoren vor Ihnen schamlos überzogen haben, der Moderator das Zeitmanagement nicht im Griff hat und das – natürlich unverschiebbare – Mittagessen naht. Oder Ihr wichtigster Zuhörer muss viel früher als geplant zum nächsten Termin …

  • Notfallplanung - VORHER durchdenken! Was ist das Wichtigste, das Sie unbedingt rüberbringen müssen? Sie haben z.B. 20 Folien: wenn Sie nur vier davon zeigen könnten - welche wären das?
  • Weglassen - nicht durchhasten! Ein höheres Sprechtempo oder rasches Durchblättern durch Ihre Präsentation verwirrt und zeigt Unsicherheit. Es wirkt besser, wenn Sie Folien überspringen: die Nummer der gewünschten Folie eintippen, "Enter " und schon sind Sie dort!
  • NICHT: Schmollen oder die Schuldfrage diskutieren! Das ändert nichts an der Situation, sondern belastet nur die Beziehung.

In solchen Situationen können Sie nur mit Humor und souveränem Krisenmanagements punkten - oder Sie nehmen ein Risiko: abbrechen und freundlich aber bestimmt um einen neuen Termin ersuchen.

Im Training "Erfolgreich präsentieren am runden Tisch" lernen die Teilnehmer, wie man die kritische Frage des verfügbaren Zeitbudgets gleich zu Beginn und auch zwischendurch klärt.

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