Eine soeben veröffentlichte Studie über die Kommunikationspräferenzen von Führungskräften der ersten Ebene (Vorstände, Geschäftsführer, Eigentümer) beantwortet unter anderem die Frage "Was erwarten Sie von einer geschäftlichen Präsentation?" Die Spitzenplätze belegten gänzlich unerwartet folgende 7 Erfolgsfaktoren:
- Langer Spannungsaufbau - die Frage "Worum geht es eigentlich?“ soll möglichst spät beantwortet werden. Zitat: "Bei einem Krimi wird der Mörder auch nicht am Anfang verraten!"
- Keine klaren Aussagen! Aufzeigen von Zusammenhängen, eindeutige Stellungnahmen und klare Vorschläge sind unerwünscht. "Der Vortragende soll die Interpretation mir überlassen!"
- Folien zum Mitlesen. Präferiert wird der komplette Sprechtext auf jedem Slide. Zitat: "Ich will überprüfen, ob wirklich alles gesagt wird und nichts anderes!"
- Visuelle Herausforderungen: gewünscht werden detailreiche Grafiken und Fotos (auch unscharfe), viele Elemente auf jedem Slide sowie Schriften unter 12 Punkt: „Das spart Platz!“
- Fachchinesisch ist nicht nur o.k. sondern wird ausdrücklich gefordert: "Wenn ich kein Wort verstehe, halte ich den Präsentator für besonders kompetent!"
- Einfallsreiche Animationseffekte: "Wer PowerPoint beherrscht, soll das auch deutlich zeigen. Auf den Folien muss sich ordentlich was tun!"
- Lockeres Zeitmanagement: Wer sich an vorgegebene Zeitbudgets hält, gilt als unflexibel. Zeitüberschreitung demonstriert Souveränität und betont die Wichtigkeit des Inhalts.
Diese richtungsweisenden Erkenntnisse werden selbstverständlich in alle unsere Trainings- und Beratungsaktivitäten einfließen. Wir sind sicher, dass unsere Teilnehmer damit höchst überraschende Präsentationsergebnisse erzielen - zumindest am 1. April.
Schade, dass die Spitzenplätze schon besetzt sind. Aus meiner Sicht fehlt das 100%ige Erfolgsgeheimnis:
Schauen Sie Ihre Zuhörer niemals an!
Sie wollen sich doch auf das was Sie zu sagen haben konzentrieren, da würden diese verstörten Gesichter nur ablenken. LGr M. Meirhofer