07.06.2011
von Emil Hierhold

Klar für MICH ist noch lange nicht klar für DICH!

Ein Sprichwort sagt: "Überschätze nie das Wissen deiner Zuhörer und unterschätze nie ihre Intelligenz!"

Ich ergänze oft, dass das umso mehr gilt, je höher angesiedelt die Zuhörer sind … Daraus folgt:

  • Gehen Sie von einem niederen Wissensstand aus, aber behandeln Sie niemand als Idioten. Ein brauchbarer Einstieg dazu z.B.: "Wie die meisten von Ihnen wissen ... " (danach folgt die kurze Information oder Erklärung)
  • "Bergführerprinzip": Einfach beginnen, zügig voran, Rücksicht nehmen, Pausen machen - so bringt er auch Unerfahrene zum Gipfel
  • VORHER testen: mit einer für die Gruppe repräsentativen Person, die das Thema nicht kennt.

Ein erfahrener Kommunikator wird nie sagen "Du hast mich nicht verstanden!", sondern "Ich habe mich nicht klar ausgedrückt".

Im Training „Erfolgreich präsentieren am runden Tisch“ trainieren die Teilnehmer Dialogtechniken, mit denen sie das Verständnis zwischendurch überprüfen - und dadurch rechtzeitig Missverständnisse aufklären können.

31.05.2011
von Emil Hierhold

Verändern Sie Ihre „signal-noise-ratio“! (Signal : Geräusch)

In der Physik ist diese Relation sehr wichtig. Sie misst die Klarheit eines Signals, zum Beispiel in der Raketentechnik: je weniger "Geräusch", desto besser der Empfang, desto besser funktioniert die Steuerung.

Betrachten Sie als „Signal" die Information, die für Ihre Zuhörer wertvoll ist - Tatsachen, Zahlen, Nutzen. Ein „Geräusch" dagegen macht das Signal undeutlich oder lenkt von Ihrer Botschaft ab. „Geräusche“, die Sie aus Ihrer Präsentation eliminieren sollten:

  • generell: alle Details, die nicht unbedingt notwendig sind und die Zuhörer verwirren könnten
  • überflüssige Elemente in Ihren Slides (Beschriftungen, Hilfslinien, 3D-Effekte, Nullen, „auflockernde Bilder“ …)
  • Gesten ohne Sinn, denn diese sind "Visuelle Geräusche"

Von einer Führungskraft dürfen Mitarbeiter klare, unmissverständliche Signale erwarten, den "Geräuschbedarf" befriedigen Politiker mehr als genug.

In der „Meisterklasse -  präsentieren mit Durchschlagskraft“ erproben Sie, wie weit Sie am Weg zu mehr Klarheit und Prägnanz gehen können und gehen müssen, um wirklich "rüberzukommen".

11.05.2011
von Emil Hierhold

„Sie wissen ja sicher …“ – aktuelle Schlagzeilen der Medien ausspielen

Ein sportliches, ein kulturelles, ein weltpolitisches Ereignis und sogar eine Katastrophe können Ihrem Thema oder Anliegen Farbe und Dynamik geben.

  • Ein überraschender / verdienter / lange überfälliger Sieg:  So geht es uns / wird es uns (Ihnen) gehen mit dem Projekt, dieser Idee …
  • Schätzwert 500000, Auktionsergebnis  7 Mio €: den eigenen Wert nicht unterschätzen, den richtigen Käufer finden, auch Fachleute können irren
  • Erdbeben / Tsunami / Atomunfall: Sorgfältig planen, Sicherheitsreserven einbauen. Aber auch: durch Rückschläge nicht entmutigen lassen. „Katastrophen“ sind relativ


Emotional aufgeladene Ereignisse wirken stärker, lenken aber auch ab: Wenn dann alle hitzig diskutieren (oder darüber nachdenken) ob dieser Sieg wirklich verdient war, leidet Ihre Botschaft …

Die „Rhetorische Kraftkammer“ bietet Ihnen Anregungen für einen starken Einstieg und die Möglichkeit, diesen vor einer kritisch-konstruktiven Gruppe zu erproben.

04.05.2011
von Emil Hierhold

Über das Wetter reden – aber gezielt und zuhörerorientiert!

„Ob’s stürmt oder schneit, ob die Sonne uns lacht …“ – mit JEDEM Wetter lässt sich ein aktueller Bezug zu Ihren Zuhörern herstellen:

  • „Sauwetter“: manches kann man nicht ändern, aber die richtige Ausrüstung macht’s (Situation am Markt – unsere Maßnahmen); jedes Ding hat zwei Seiten / Nachteile UND Vorteile: Regen ist wichtiges Wasser für die Natur!
  • Sonnenschein: Gute Zeiten nutzen! Aber auch: Achtung vor Kehrseite (UV-Strahlen). Oder: bei schönem Wetter hier im Saal sitzen? Verständnis zeigen!
  • Heiß oder kalt: Was uns (nicht) kalt lässt, was uns (nicht) in Hitze bringt – bringen darf. Hitze und Kälte sind relativ: Informationen nüchtern betrachten

Über den aktuellen Zustand des Wetters lässt sich leicht eine gemeinsame Basis herstellen – nicht umsonst redet man „vom Wetter“, bevor man „zur Sache“ kommt.

Im Training „Erfolgreich präsentieren am runden Tisch“ geht es auch um die Gesprächseröffnung: Da ist ein aktuelles Ereignis oder eben „das Wetter“ eine gute Methode.

29.04.2011
von Emil Hierhold

Die Kraft der aktuellen oder bevorstehenden Jahreszeit nützen

Jede Jahreszeit hat spezielle Charakterzüge,  mit denen Sie Ihre Botschaft verstärken und aktualisieren:

  • Frühling: neuer Schwung, Wachstum, Zuversicht, aber auch Frühlingsstürme …
  • Sommer: Reife einer Idee, Kraft der Sonne, aber auch Gefahr: Sonnenbrand, austrocknen
  • Herbst: Ernte = Rentabilität, Markterfolg; Rückschau, aber auch: Regenschirm, Vorsorge für Winter
  • Winter: klare Sicht, „warm anziehen“, zusammenrücken, durchhalten

Jede Analogie, jeden Vergleich können Sie entweder punktuell einsetzen, z.B. nur beim Start, oder aber mehrfach, also z.B. den Frühling immer wieder ins Spiel bringen, mit allen Facetten.

In der „Meisterklasse -  präsentieren mit Durchschlagskraft“ erproben Sie, ob und welche Analogien und Vergleiche zu Ihrer Persönlichkeit passen und daher gut ankommen.

13.04.2011
von Emil Hierhold

Je kürzer desto üben!

Zwei Dinge erschweren den Weg zu einem wirkungsvollen, überzeugenden Statement, einer Minipräsentation, einer Kurzdarstellung: Erstens der Mangel an Zeitgefühl für kurze „Auftritte“
und zweitens die Abneigung vieler Menschen gegen Probeläufe nach dem Motto: „Spontan bin ich am besten!“ Wir empfehlen:

  • DurchSPRECHEN, nicht bloß durchDENKEN!  Nur bei laut gesprochenen Sätzen entdecken Sie, was locker fließt, wo es unsicher und schwammig ist – und wie lange Sie WIRKLICH brauchen
  • Je kürzer, desto öfter. 90 Sekunden (5 Sätze) verlangen extremes Zeitmanagement, das schaffen Sie vielleicht erst mit 10. Durchläufen. Wenn Ihnen diese 15 Minuten Optimierung dafür zu lang erscheinen: wie wichtig sind Ihnen die 90 Sekunden wirklich??
  • Keine spontanen Ausflüge! Ein Kurzstatement ist eine kritische Kommandoaktion, kein fröhliches Happening. Spontanität brauchen Sie eher in der folgenden Diskussion.

Der positive Effekt des Durchspielens: Sie werden mit jedem Mal nicht nur kürzer, sondern auch sicherer und dadurch überzeugender!

Im Präsentationstraining bauen wir vor der Abschlusspräsentation einen Probelauf mit Partner ein. Wichtigste Erfahrung für die Teilnehmer: Nur auf diesem Weg erkenne ich Unebenheiten, Leerläufe – und vor allem Zeitprobleme!

06.04.2011
von Emil Hierhold

„Wenig Zeit“ bedeutet nicht „Schnell sprechen“!

Unsere automatische Reaktion auf Zeitdruck ist Beschleunigung – also schneller sprechen. Damit wirken Sie aber bloß unsicher, geben Ihren Druck auf die Zuhörer weiter – und die schalten ab.

  • Weglassen, sich auf‘s Wesentliche beschränken. Daher VORHER überlegen: welches Argument, welche Information muss unbedingt transportiert werden?
  • Unter Druck kommen nur prägnante Inhalte durch. Prägnanz passiert leider nicht spontan. Kernaussagen müssen Sie oft (re-)formulieren, bis sie kompakt und kräftig sind.
  • Gewonnene Zeit für Wirkungs-Pausen nützen. Betrachten Sie Ihre 5 oder 6 prägnanten Kernsätze als Edelsteine, die eine Fassung brauchen, um zu wirken: kurze Pausen sind solche „Fassungen“.

Klare, logische und vor allem einprägsame (prägnante) Sätze mit kurzen Pausen dazwischen – damit erzielen Sie auch unter Zeitdruck maximale Wirkung. Die Vorbereitung darauf lohnt sich.

In der „Meisterklasse: Präsentieren mit Durchschlagskraft“ testen kommunikationstechnisch fortgeschrittene Teilnehmer verschiedene Methoden, wie sie ihre Prägnanz steigern können und was davon zu ihrer Persönlichkeit passt.

30.03.2011
von Emil Hierhold

Verkürzung braucht Logik, braucht Struktur

Je knapper eine Ressource (Zeit), desto sorgfältiger muss geplant werden. Sich 20 Minuten lang über eine tolle Idee verbreiten, das kann jeder. Aber diese in 3 Minuten oder weniger auf den Punkt bringen, das verlangt eine klare logische Struktur, z.B. für einen Lösungsvorschlag:

  • Problem / Lage: „Wie sieht die Situation aus?” (Auch bei äußerster Kürze den Zuhörer „abholen“ – worum geht’s überhaupt?
  • Die eigentliche Idee: „Ich schlage vor …“ – was ist es, was kostet es – dafür dürfen Sie 40-50% Ihrer Zeit verplanen
  • Ergebnis: Das, was Ihre Zuhörer interessiert – Geld, Umwelt, Ethik, Rendite, Image …
  • Nächster Schritt: „Was muss als Nächstes geschehen?“ Kurz, aber konkret, z.B. „Geben Sie mir 20 Minuten für die Fakten, die all das beweisen!“

Jedem dieser Punkte können Sie sicherlich viel hinzufügen – das tun Sie aber erst, wenn Sie das Interesse gewonnen haben und mehr Zeit bekommen.

Genau diese Struktur erproben Teilnehmer der „Die Rhetorischen Kraftkammer®“ unter dem Titel „3-Minuten-Blitzvorschlag“ – und erleben, wie schwer (und wichtig!) es ist, sich kurz zu fassen.

14.03.2011
von Emil Hierhold

Bitte unbedingt mitnehmen! – Auf den "Takeaway" achten

Jedes Slide, das Sie zeigen, hat einen bestimmten Zweck. ("Weil es so schön ist" oder "Weil wir es immer zeigen" mag ein Motiv, ein Grund sein, aber kein Zweck). Der Zweck ist, was Sie mit diesem Slide bewirken wollen: beunruhigen, unterhalten, informieren, eine Entscheidung ermöglichen … Es ist Ihre Verantwortung als Präsentator sicherzustellen, dass Sie diesen Zweck (Ihr Ziel) erreichen und dass die Zuschauer genau das mitnehmen ("take away"), was Ihnen wichtig ist.

Die Gefahr: für Sie selbst ist das alles völlig klar – für die Zuschauer aber leider nicht! Am besten, Sie bauen den "Takeaway" auch verbal in die Folie ein: entweder gleich in die Überschrift, also kein "Thema" ("Konjunkturentwicklung"), sondern eine "Botschaft" ("Konjunktureinbruch im 3. Quartal aufgeholt"). Oder Sie fügen am Ende der Folie eine solche Aussage ein: zum Mitnehmen!

Im Training "Erfolgreich präsentieren am runden Tisch" geht es um die interaktive Präsentation, z.B. im Verkauf. Hier üben die Teilnehmer u.a. die Technik des "Checking": mit einer Frage überprüfen sie, ob der "Takeaway" auch rübergekommen ist. Wenn nicht: stopp!

07.03.2011
von Emil Hierhold

Maximal 5 Kernbotschaften – aber diese "hämmern"!

Lernen funktioniert nur mit einfachen, kompakten Einheiten, diese aber wiederholt serviert. Genau wie Werbung … Nein!
Sie sollen Ihren anspruchsvollen Fachvortrag, Ihre Finanzpräsentation keineswegs wie "Waschmittelreklame" gestalten, bloß ein Scheibchen von den Regeln wirkungsvoller Kommunikation abschneiden.

Die Aussage "Allianz liefert starke Ergebnisse in schwierigen Märkten" (CFO O. Bäte über das vergangene Jahr) kann nicht oft genug wiederholt werden – immer in neuem Zusammenhang, mit neuen Fakten, als Ausgangspunkt, als Ergebnis von Zusatzinformationen oder als Überschrift eines Slides. Die (vermutete) "Penetranz" ist nicht das Problem, sondern das Finden und Formulieren solcher Kernbotschaften!

In der "Die Rhetorischen Kraftkammer" ermutigen wir die Teilnehmer, wichtige Aussagen mehrfach zu wiederholen und staunend festzustellen, wie oft diese trotzdem nicht gehört werden.

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