01.04.2012
von Emil Hierhold

SO GEHT'S NICHT! Neue Erkenntnisse: gute Präsentationen dürfen weder kurz, noch klar sein!

Eine soeben veröffentlichte Studie über die Kommunikationspräferenzen von Führungskräften der ersten Ebene (Vorstände, Geschäftsführer, Eigentümer) beantwortet unter anderem die Frage "Was erwarten Sie von einer geschäftlichen Präsentation?" Die Spitzenplätze belegten gänzlich unerwartet  folgende 7 Erfolgsfaktoren:

  1. Langer Spannungsaufbau -  die Frage "Worum geht es eigentlich?“ soll möglichst spät beantwortet werden. Zitat: "Bei einem Krimi wird der Mörder auch nicht am Anfang verraten!"
  2. Keine klaren Aussagen! Aufzeigen von Zusammenhängen, eindeutige Stellungnahmen und klare Vorschläge sind unerwünscht. "Der Vortragende soll die Interpretation mir überlassen!"
  3. Folien zum Mitlesen. Präferiert wird der komplette Sprechtext auf jedem Slide. Zitat: "Ich will überprüfen, ob wirklich alles gesagt wird und nichts anderes!"
  4. Visuelle Herausforderungen: gewünscht werden detailreiche Grafiken und Fotos (auch unscharfe), viele Elemente auf jedem Slide  sowie Schriften unter 12 Punkt: „Das spart Platz!“
  5. Fachchinesisch ist nicht nur o.k. sondern wird ausdrücklich gefordert: "Wenn ich kein Wort verstehe, halte ich den  Präsentator für besonders kompetent!"
  6. Einfallsreiche Animationseffekte: "Wer PowerPoint beherrscht, soll das auch deutlich zeigen.  Auf den Folien muss sich ordentlich was tun!"
  7. Lockeres Zeitmanagement: Wer sich an vorgegebene Zeitbudgets hält, gilt als unflexibel. Zeitüberschreitung demonstriert Souveränität und betont die Wichtigkeit des Inhalts.

Diese richtungsweisenden Erkenntnisse werden selbstverständlich in alle unsere Trainings- und Beratungsaktivitäten einfließen. Wir sind sicher, dass unsere Teilnehmer damit höchst überraschende  Präsentationsergebnisse erzielen - zumindest am 1. April.

12.12.2009
von Emil Hierhold

Entscheidende Sekunden sauber versauen

Absturz - bloß nicht!
„Mir wird schon das richtige einfallen!“

Verlassen Sie sich ruhig auf Ihre Intuition, denn erstens haben Ihre Zuhörer gefälligst aufzupassen und sich um Verständnis zu bemühen. Und zweitens ist das, was Sie sagen, doch völlig klar, oder?

  • Legen Sie einfach los - Ihr Leitspruch: „Woher soll ich wissen, was ich meine, bevor ich höre, was ich sage?“
  • Vermeiden Sie jede Art von Struktur oder roten Faden!
  • Nehmen Sie ruhig an, dass alles bekannt ist. „ASSUME“ (engl. für „annehmen“) makes an ASS out of U (you) and ME!
  • Schließen Sie, ohne etwas Konkretes zu verlangen - intelligente Menschen werden wissen, was Sie wollen.


Falls die gewünschte Wirkung ausbleibt: beklagen Sie die Dummheit der anderen!

All das vermeiden Sie mit der richtigen Zuhörerorientierung - das Fundament aller HPS-Trainings.

06.02.2009
von Emil Hierhold

Peinliche Augenblicke statt „Magischer Momente“

Absturz - bloß nicht!
Sie wollen sich als „Schaumschläger“ und als „Selbstdarsteller“ demaskieren? Das ist DIE Gelegenheit!

„Verstärker“ – das sagt schon der Name – verstärken, und zwar alles. Daher gilt: Mist rein, Riesenmist raus!

  • Das gemeine Volk (= Ihre Zuhörer) will ja doch nur unterhalten werden. Daher: je weniger Inhalt, desto mehr Trara!
  • Beginnen Sie gleich mit einer Story. Am besten mit einem Witz, der zwar nicht zum Thema passt, aber auf Kosten des Publikums geht.
  • Wählen Sie als Ding einen winzig kleinen Gegenstand, den Sie zwar hochhalten, aber – ganz originell! – nicht erklären, sondern nur darüber reden und anschließend wieder einstecken.
  • Auf das Flip-Chart schreiben Sie – groß, aber mit dünnem Stift – Ihren Namen. Dann wissen alle, wer sich hier blamiert.

Gehen Sie bei allen Verstärkern davon aus, dass alles reibungslos funktionieren wird und dass alle alles sofort in Ihrem Sinn verstehen.

Bei ungewöhnlichen Aktionen achten die HPS-Trainer in der Feedback-Runde genau darauf, ob „es passt“.

06.06.2008
von Emil Hierhold

Großes Publikum - große Blamage

Absturz - bloß nicht!
"Ich bin Geschäftsmann/Fachexperte/Forscher - kein Entertainer oder Politiker. Also bitte!"

Na klar - Sie wollen geliebt und akzeptiert werden, wie Sie sind. Schauspieler gehören ins Theater, nicht ins Business und Proben für Präsentationen sind sowieso verlorene Zeit. Ihre internen und externen Mitbewerber danken Ihnen herzlich!

  • Beginnen Sie zu sprechen, bevor Sie Ihr Pult erreicht haben - das zeigt, dass Sie in Eile sind.
  • "Können Sie das lesen?" oder " Können Sie mich hören?" - Sie hatten eben keine Zeit für die Überprüfung - na und?
  • Packen Sie möglichst viel in Ihren Vortrag. Die Chance kommt nicht so bald wieder, so viele Menschen auf einmal zu verwirren und zu frustrieren.
  • Zeigen Sie intellektuelles Niveau mit komplizierten Sätzen: "Wir müssen unsere Kernkompetenz besser differenzieren um die Nachhaltigkeit der spezifischen Parameter für unsere outsourcing-Optionen zu evaluieren."
  • Vermeiden Sie alles, was das Verständnis erleichtert, vor allem Orientierungspunkte oder Zusammenfassungen.
  • Murmeln sie zum Abschluss "Danke für die Aufmerksamkeit", dann wissen alle erleichtert, dass es endlich aus ist.

Der generelle Schlüssel gegen Abstürze ist die Zuhörerorientierung - ein wesentlicher Erfolgsfaktor in allen HPS-Trainings.

06.03.2008
von Emil Hierhold

Mehr Chaos in der Konferenz!

Absturz - bloß nicht!
Alle jammern, dass Besprechungen nur viel Zeit fressen und dass nichts weiter geht.

Das stimmt, aber Sie können den Besprechungs-Irrsinn noch locker steigern:

  • Bereiten Sie nichts vor - spontan sind Sie am besten und vor allem "authentisch" - und das ist ja sooo wichtig!
  • Ziehen Sie Präsentationen auch im kleinen Kreis einfach durch - Fragen nachher!
  • Nützen Sie jede Besprechung zur Selbstdarstellung und für private Duelle.
  • Falls jemand etwas fragt, beginnen Sie stets mit "Wie ich vorhin erklärt habe .."
  • Hat jemand einen Einwand, kontern Sie mit "Sie haben mich nicht verstanden!"

Wertschätzung, aktives Zuhören und Ansprache von Interessen sind bei HPS Kommunikationsprinzipien - vom Basisseminar "Gewinnend kommunizieren und überzeugen" bis hin zur "Meisterklasse."

25.11.2007
von Emil Hierhold

Interaktiv präsentieren? Es wird doch wohl reichen, wenn ich rede!

Absturz - bloß nicht!
Den Absturz schaffen Sie, indem Sie sich zu 100% auf sich selbst und Ihre Slides konzentrieren - die Zuhörer werden schon von selbst merken, wie gut Sie sind.

  • Sparen Sie sich Begrüßung und Agenda, das kostet nur Zeit und hindert Sie an Ihrem herrlichen Monolog.
  • Verzichten Sie auf Checkfragen, denn wer nicht kapiert, worüber Sie sprechen, hat es ohnehin nicht anders verdient.
  • Sprechen Sie möglichst rasch, denn Zeit ist Geld.
  • Bereiten Sie möglichst viele Folien mit viel Text vor, dann kann der Gesprächspartner selbst lesen und Sie sparen sich die Energie.
  • Verzichten sie auf eine Gesprächsstruktur, so bleiben Sie flexibel und können auch viele andere Themen anschneiden.

Denn das Leben ist zu kurz um sich auch noch auf die Interessen anderer zu konzentrieren, wo kämen wir denn da hin?

24.06.2007
von Emil Hierhold

Aktiv zuhören? Ich und meine Sicht der Dinge reichen doch!

Absturz - bloß nicht!
Zwei wahrlich "todsichere" Strategien fürs kommunikative Scheitern: Von der eigenen Sicht der Dinge starten und den anderen abwerten. Privat wie geschäftlich einsetzbar!

Es geht ganz einfach: 1. gehen Sie davon aus, dass alles so ist, wie Sie es sehen und 2. zeigen Sie deutlich, dass andere unwichtig sind.

  • Beginnen Sie stets sofort mit der Darlegung Ihres Standpunktes und rechnen Sie damit, dass alle Ihren Wissensstand haben
  • Zeigen Sie unmissverständlich, wessen Zeit die Wertvollere ist: Kommen Sie zu spät, blicken Sie auf die Uhr, während jemand zu Ihnen spricht, nehmen Sie Anrufe entgegen
  • Signalisieren Sie nonverbal, was Sie vom Partner halten: rollen Sie die Augen, wenden Sie sich ab, bauen Sie Wegwerf-Gesten ein, trommeln Sie ungeduldig
  • Vermeiden Sie echte Fragen, zeigen Sie sich am Standpunkt des anderen desinteressiert


Vor allem: Es gibt nur EINE Wahrheit, und was klare Kommunikation ist, wissen und beherrschen SIE!

Absturzrisiken erkennen und ihnen bewusst ausweichen, das lernen die Teilnehmer in "Gewinnend kommunizieren und überzeugen", und natürlich bei voller Wertschätzung durch den Trainer!

01.03.2007
von Emil Hierhold

Wozu Präsenz? Lasst uns farblos untergehen!

ABSTURZ - BLOSS NICHT!!!
"Ich muss authentisch sein!" sagen viele, die zu faul sind, in die eigene Entwicklung  zu investieren und Neues zu erproben. Wunderbar - dann haben die Profis weniger Konkurrenten

Sie möchten authentisch und natürlich wirken und nehmen dafür gerne in Kauf, dass Ihre gute Idee, Ihr durchdachter Vorschlag beiseite geschoben wird? Nichts leichter als das:

  • Beginnen Sie bereits zu reden, während Sie noch auf dem Weg zu Ihrem Vortragsort sind. Das spart Zeit und stellt sicher, dass niemand hört, was Sie sagen.
  • Vermeiden Sie die freie Rede, lesen Sie ihren Text ab, vom Manuskript oder (natürlich mit Rücken zum Publikum) von den Folien, auf denen Sie wortwörtlich alles festgehalten haben.
  • Sollten Sie sich versehentlich vom Manuskript / der Leinwand lösen, dann hüten Sie sich vor festem Blickkontakt. Lassen Sie Ihren Blick quer durch die Zuschauer schweifen oder fixieren Sie einen Punkt an der Decke.
  • Machen Sie sich möglichst klein, Hände nahe am Körper (vielleicht sogar in die Hosentasche). Alternativ spielen Sie mit der Fernsteuerung oder klammern sich ans Vortragspult.
  • Zeigen, dass Sie es eilig haben, sprechen Sie schnell und ohne Pausen.


Anschließend können Sie sich darüber beklagen, wie ungerecht die Welt ist, die (erworbene) Präsenz höher bewertet, als (natürliche) Unauffälligkeit.

In allen HPS Trainings machen wir die Teilnehmer darauf aufmerksam, dass eine solide inhaltliche Basis die Voraussetzung für jeden langfristigen persönlichen Erfolg ist. Präsenz allein genügt vielleicht in der Politik, im Geschäftsleben sicher nicht.

25.11.2006
von Emil Hierhold

Im Kreuzfeuer scheitern - am besten spontan!

ABSTURZ - BLOß NICHT!!!
Was für die Präsentation gilt, gilt für die Fragerunde noch viel mehr: Der sicherste Weg zum Absturz führt an der Vorbereitung vorbei.

Sie haben eine überzeugende Präsentation vorbereitet und wollen sich doch die Chance auf ein klares "Nein!" offen halten? Fragen und Einwände bieten Ihnen dazu reiche Möglichkeiten:

  • Desinteresse signalisieren: Schauen Sie während der Frage weg, am besten auf die Uhr oder in Ihre Unterlagen.
  • Dialoge pflegen: Geben Sie die Antwort nur dem Fragesteller, ignorieren Sie alle anderen Personen im Raum und bleiben Sie auch am Schluss noch mit ihm im Blickkontakt, das ermuntert zum Weiterfragen.
  • Oberlehrer: "Wie ich schon gesagt habe…" oder "da haben Sie mich falsch verstanden!"
  • Recht behalten: "Ich werde Ihnen beweisen .."
  • Herablassung: Augen verdrehen, seufzen, ..
  • Langatmigkeit - wenn Kürze möglich wäre

Das sicherste Absturzrezept bietet diese Kombination: Sachlich ahnungslos und emotional überheblich.

Richtig intensiv trainieren Sie Ihre Reaktion im persönlichen Coaching - mit mir oder einem meiner HPS Kollegen. In zwei Stunden schaffen wir meist einen Probelauf und eine intensive Kreuzfeuer-Sitzung.

23.08.2006
von Emil Hierhold

Sie wollen Chefs gründlich nerven? Präsentieren Sie!

ABSTURZ - BLOß NICHT!!!
Präsentationen an die Firmenspitze sind seltene Chancen, sich richtig in Szene zu setzen. Und sein Image dauerhaft zu beschädigen.

Gehen Sie davon aus, dass Ihre hochkarätige Zielgruppe sich voll auf Ihr Thema eingestellt hat und Ihnen gerne unbegrenzt Zeit einräumt.

  • Berichten Sie ausgiebig von den Vorarbeiten, wer was wann überlegt, verworfen, gedacht hat.
  • Zeigen Sie Ihr Detailwissen und Ihre Präzision: Bringen Sie Einzelheiten und Zahlen bis hinters Komma.
  • Bauen Sie Krimi-Spannung auf - beantworten Sie die stumme Frage "Worum geht es eigentlich?" möglichst spät.
  • Demonstrieren Sie Sparsamkeit: Mit kleiner Schrift können Sie die Anzahl der Slides locker halbieren.
  • Überziehen Sie Ihr Zeitbudget - das beweist, wie gründlich Sie arbeiten. Wenn jemand eine Kürzung fordert, reagieren Sie gekränkt.

Ihr Chef wird sicher bald begreifen, dass Sie für dieses Unternehmen zu gut sind - und die Konsequenzen daraus ziehen.

Alle diese Absturz-Tipps sind eine Folge mangelnder Zielgruppenorientierung. Die Frage "was interessiert und bewegt meine Zuhörer - und wie kann ich das ansprechen?" zieht sich als Grundthema durch alle HPS Trainings.

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