06.01.2003
von Emil Hierhold

100 % eigene Überzeugung mobilisieren - oder es einfach vergessen!

Wahlversprechen im "Brustton der Überzeugung" sind kein Privileg der Politiker. ALLE übertreiben heute. Wer, glauben Sie, honoriert dann Ihre vornehme Zurückhaltung und Ihre kritische Distanz zum eigenen Vorschlag? Und wer freut sich über Ihre Sicherheitsfloskeln?

Würden Sie etwas kaufen, von dem nicht einmal der Verkäufer überzeugt ist? Wenn Sie für Ihren Vorschlag Zustimmung suchen, dann müssen Sie 100% Commitment signalisieren:

  • Zeigen Sie, dass Sie dazu "stehen". Ruhig, sicher und felsenfest. Und das geht halt nicht im Sitzen.
  • Aber: Wer andere bewegen will, muss auch sich selbst bewegen! Zeigen Sie (Gefühls-)Bewegung, lassen Sie auch Ihren Körper die Bewegung zeigen. Ich muss Ihren Schwung spüren!
  • BeTONen Sie in Ihrer Sprache, dass Ihr Vorschlag und seine Folgen für Sie bereits Realität sind: Bestimmte Aussageweise, keine Zukunft, keine Möglichkeitsformen ("könnte", "wäre", ...)
  • Nehmen Sie Fragen und Einwände als positives Zeichen des Interesses und als Ihre Chance, den Beweis anzutreten.

Für Ihre Begeisterung sind Sie selbst verantwortlich - und ohne verzichten Sie besser auf die Präsentation, denn nichts kann Engagement ersetzen. Nicht einmal die HPS-Präsentationstechnik!

Innere Überzeugung kombiniert mit sauberer Präsentationstechnik macht den Erfolg aus. Das erleben in oft verblüffender Intensität regelmäßig alle Teilnehmer der Präsentationstrainings.

25.06.2002
von Emil Hierhold

Kräftiges Finale - nicht einfach (ver-)enden!

Präsentationen werden professioneller. Man investiert in Vorbereitung. In zielgruppenorientierte, saubere Logik, in ein-leuchtende Hilfsmittel, in einen zügigen Start. Für die letzte Phase der Präsentation bleibt oft zu wenig Energie.

Ein kräftiges Finale zahlt sich aus. Der letzte Eindruck bleibt!

1. Zusammenfassen - das Fazit: Kündigen Sie klar und deutlich an, dass Sie jetzt "zusammenfassen". Tun Sie es wirklich. Also die wichtigsten Aussagen in drei, vier Sätzen wiederholen.

2. Kein "Danke für Ihre Aufmerksamkeit!". Besser "Ask for something!" Das erste ist eine Floskel, die den Schlusspunkt signalisiert. Gewagter aber ungleich stärker sind Schlusspunkte der Zuversicht oder klare Aufforderungen: "Ich bitte Sie, das Ihrer Entscheidung zu berücksichtigen!"

3. Applaus aushalten oder zur Fragerunde überleiten: Bei Vorträgen oder größeren Präsentationen können Sie mit Applaus rechnen. Ihr Publikum will Ihnen danken, laufen Sie nicht davon! Bei Präsentationen im kleinen Rahmen gehen Sie dagegen sofort "über die Brücke" zur Diskussion: "Dazu haben Sie sicherlich einige Fragen. "Wir haben dafür ... Minuten, was interessiert Sie besonders?".

All das ist nicht schwer. Aber verlassen Sie sich auf eines: Im Stress (oder in der Erschöpfung oder Euphorie) der Abschlussphase fallen Ihnen die optimalen Sätze sicherlich nicht ein. Die müssen Sie schon vorher formulieren!

Die persönliche Wirkung in kritischen Phasen ist nicht nur im Präsentationstraining ein zentrales Thema, sondern auch in der "Rhetorischen Kraftkammer" und in verkaufsorientierter Weise im "Der Sichere Weg zum JA!" (Selling to Groups).

23.05.2002
von Emil Hierhold

Rhetorischer Feinschliff: Weichmacher gezielt einsetzen!

Es geht nicht um Waschmittelwerbung. Weichmacher sind Worte, Phrasen oder grammatikalische Konstruktionen, mit denen Sie einer Konfrontation ausweichen!

Weichmacher können Ihnen im Umgang mit Fragen und Einwänden gute Dienste leisten. Wenn es darum geht, harte Ansagen/Angriffe zu parieren oder aufzuweichen. Oft schleichen sich diese Phrasen aber in unseren alltäglichen Sprachschatz ein und signalisieren Unsicherheit. Das gilt es zu vermeiden!! Gängige Weichmacher im Überblick:

  • Die Möglichkeitsform: "Das würde bedeuten ...", "Eine Interpretation wäre ..."
  • Die Leideform: "Es wurde festgestellt ...", "Die Meinung wird vertreten,dass ..."
  • Unpersönliche Konstruktionen: "Dazu kann man folgendes aussagen ...", "Es ist schon aufgefallen ..."
  • Polsterwörter: "eigentlich", "wahrscheinlich", "vielleicht", "möglicherweise"

Weichmacher sind dann besonders gefährlich, wenn Sie etwas ganz Konkretes erreichen wollen: einen Aktionsvorschlag aussprechen, eine Genehmigung brauchen, Kompetenzen klarstellen. Verwenden Sie Weichmacher nicht routinemäßig, sondern nur gezielt!

Auf solche Schwachstellen achten wir in allen Präsentationsseminaren. Gezielt steigern Sie Ihre Schlagkraft diesbezüglich in der Rhetorischen Kraftkammer.

23.03.2002
von Emil Hierhold

Eine zuwenig - zwei zuviel? Lassen Sie Ihre Hände mitreden!

Wenn die Hände in den Taschen verschwinden sagen die Amerikaner: "One hand for confidence, two hands for arrogance". Und wenn Sie Ihre Hände gar nicht verstecken?

Oft wäre eine dritte Hand höchst brauchbar. Beim Vortragen sind uns zwei meist zuviel. Was im Alltag ganz von selbst funktioniert, verlangt jetzt bewussten Einsatz. Sprache und Gestik haben - auf höchst unterschiedliche Art - dieselbe Funktion zur gleichen Zeit: Worte beschäftigen die digitale Gehirnhälfte der Zuhörer, Ihre Hände zeichnen dazupassende Bilder. Und so geht's:

  • bildhafte, große Gesten: Bewegen Sie zumindest die Unterarme, nicht nur die Handgelenke.
  • lassen Sie sich von der Sprache (ver)führen: aufbauen, herholen, zusammenführen... Das nennt man "ko-verbale Gestik"
  • verzichten Sie auf "rhythmische Gestik", auf Bewegung ohne Bedeutung ("Taktschlagen"). Sonst kommt Ihr Zuhörer zu dem Schluss: "Your Body talks so loudly that I can't hear what you are saying".

Gesten sind aber nicht nur ein kraftvolles visuelles Hilfsmittel, sondern auch ein "Energieventil" das hilft, die Nervosität beim Vortrag sinnvoll umzusetzen!

In der "Rhetorischen Kraftkammer" verzichten wir auf technische Präsentations-Hilfsmittel. Der Fokus liegt ganz auf Ihrer (körper-)sprachlichen Ausdruckskraft und dazu gehört der bewusste Einsatz von Gesten.

06.02.2002
von Emil Hierhold

Halten Sie doch einmal die Luft an! Pausen WIRKEN.

Sie ergreifen das Wort und gelangen nach kurzer Anfangs-Nervosität in Redefluss. Warum Sie jetzt, wenn alles so gut läuft, Pausen machen sollen:

Jedes Publikum liebt Pausen. Da kann man mit- und nachdenken, aufnehmen. Was hält uns davon ab, dieses Wundermittel intensiver zu nutzen? Ganz einfach: 1-2 Sekunden Stille erscheinen dem Vortragenden quälend lange (nur ihm!), er fürchtet, jemand könnte glauben, er hätte den Faden verloren oder man würde die Pause "ausnützen" um ihn zu unterbrechen. Wann passen (Sprech-)Pausen?

  • beim Ortswechsel: Wenn Sie Ihre Position im Raum verändern - tun Sie es schweigend, Bewegung lenkt von Ihren Worten ab.
  • am Ende eines Satzes "Punkt, Pause". Nach einer (rhetorischen) Frage: Warum liebt jedes Publikum die Pause? (Pause)zum Mitdenken!
  • um Spannung steigern: mit einer dramaturgischen Pause
  • wenn Sie einen entscheidenden Begriff freistellen und verankern möchten: (Pause) die Sprechpause (Pause)

Und falls Sie zu den "Ähseln" gehören: Mut zur Pause. Und die "Ähs" sind verschwunden!!

In der "Rhetorischen Kraftkammer" ist jeder Teilnehmer mit Sprachaufzeichnungsgeräten ausgestatten, um den Stimmeinsatz zu optimieren. Sie hören den Unterschied!

16.07.2001
von Emil Hierhold

Große Gruppen von einer "Bühne" begeistern

Auftritte vor mehr als 50 Personen folgen anderen Regeln als Präsentationen im kleinen Rahmen.

Welche Tipps haben amerikanische Trainer für "Business Presenters"?

  • Bestehen Sie auf ein Podium - auch bei gut durchschnittlicher Körpergröße!
  • Achten Sie darauf dass die unterste Leinwandkante mindestens auf Schulterhöhe ist, damit auch die Zuschauer in der letzten Reihe noch alles sehen können. Flipchart: unteres Drittel freilassen!
  • Bewegen Sie sich mehr als sonst! Bewegung bringt Aufmerksamkeit und Sie wirken dynamischer. Achtung: GRÖSSERE Gesten - aber WENIGER ("Hands down, if not in use")!
  • Sprechen Sie immer für das hintere Drittel Ihrer Zuschauer, dann stellt sich Ihre Stimme ganz automatisch auf die richtige Lautstärke ein.
  • Testen Sie Ihr Mikrophon aus allen Positionen - nicht nur von einer Stelle! Achten Sie auf ausreichenden Empfang - und auf Rückkopplungen!

Und trösten Sie sich, wenn Sie "Lampenfieber" haben - das haben die US-Edutainers auch. Sie nennen es "nervous energy" und finden es als positive "Vorstart-Spannung" echt cool!!

Diesen positiven Zugang praktizieren wir in "Sicher präsentieren, wirksamer vortragen" und bieten besonders nervösen Teilnehmern wirksame "Energieverntile" an.

06.04.2001
von Emil Hierhold

Junge Zielgruppen wollen Action, cooles Design - und PowerPoint

High-Tech-Medien können helfen, die Generationenkluft zwischen Präsentator und Zuhörern zu überbrücken. Eine Garantie ist das nicht.

Gestandene Präsentatoren finden es immer schwieriger, die Aufmerksamkeit junger Zuhörer, von denen viele mit Multimedia aufgewachsen sind, zu fesseln. Das ist kein Mangel an Respekt, ihre Wahrnehmung funktioniert einfach anders! Probieren Sie es damit:

Bewegung:Unbeweglich hinter dem Rednerpult sagt genau das: unflexibel, unnahbar, scheintot. Daher: Standortwechsel. Bewegung zwischen den Medien, lebendige Arme, auch zur Blickführung.

Bilder: Die mittlerweile zweite Comic-Generation ist an analoges Material gewöhnt. Texte, Tabellen machen müde. Bringen Sie Bilder. Auch wenn es nur Fotos zur Illustration sind, die wenig zur Erklärung beitragen.

Farbe: Schwarzweißkopierte Folien hat Ihre junge Zielgruppe aus der Schule in unangenehmer Erinnerung. Sie brauchen deshalb noch keine gewaltsame Farborgie, aber zumindest kräftige Farbtupfer, vielleicht einen leuchtender Hintergrund.

Visuelle Dynamik: Ein TV-Musikclip im MTV zeigt eindrucksvoll, was junge Augen vertragen und erwarten. Lösen Sie Ihre Charts in Sequenzen auf ("Dynamisieren" © by Guy Knibbeler), beleben Sie den Bildwechsel durch animierte Übergänge. Aber nicht übertreiben!!

Was passt zu mir? Bin ich noch ich? Solche Themen sprengen den Rahmen normaler Seminare, das gehört ins individuelle Coaching.

06.03.2001
von Emil Hierhold

Liebe auf den ersten Blick. Oder auch nicht

Der erste Eindruck entsteht blitzartig - über Augen (und Nase). - Wie formell müssen/sollen/dürfen Sie (sich) präsentieren?

Es geht hier um den etwas besonderen "Auftritt", nicht um das alltägliche Meeting. Daher ist die Kernfrage: Welchen Eindruck wollen Sie machen und bei wem?

  • Anpassen nicht unterordnen. Passen muss es zur Situation (Schihüttenklausur oder Produkteinführung?), zur Zielgruppe (Banker oder junge IT-Spezialisten?), zur Botschaft (feierlich oder dynamisch?). Aber wer sich als Mit-Fünfziger auf cool trimmt, wirkt oft lächerlich.
  • Wohlfühlen nicht verkleiden: damit ist die "innere Passung" gemeint, die nach Außen strahlt. Und als solche glaubwürdig wirkt. Oder eben gekünstelt, steif.
  • Gepflegt nicht gestylt: ein Thema vorwiegend für Männer und leider nicht selbstverständlich. Frisch geduscht, gewaschenes Haar, saubere Fingernägel und gebügelte Kleidung - wer darauf verzichtet, sendet (auch unfreiwillig) ein gefährliches Signal. Ihr seid mir nicht wichtig!

Heikle Themen gehören bei Bedarf in das Vier-Augen-Gespräch (Angebot: die "persönliche Viertelstunde"), zu der wir in den Intensiv-Seminaren die Teilnehmer einladen - aber ohne Zwangs-Beglückung.

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